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Im Jahre 1848 fanden in vielen Staaten Europas Revolutionen statt. Sie erschütterten die politische und gesellschaftliche Ordnung, führten jedoch zur Einführung neuer Errungenschaften. Mit dem Kaiserlichen Patent vom 4. März 1849 erhielt das Kaiserreich Österreich zum ersten Mal eine förmliche und detaillierte Reichsverfassung. Im Abschnitt 4 dieses Patentes sind im § 33 erstmals die Grundrechte von Gemeinden angeführt wie: Wahl ihrer Vertreter Aufnahme neuer Mitglieder in den Gemeindeverband Selbständige Verwaltung ihrer Angelegenheiten Veröffentlichung der Ergebnisse ihres Haushaltes Die Öffentlichkeit der Verhandlungen ihrer Vertreter Mit gleichem Patent wurde aufgrund der Verfassung vom 4.3.1849 ein provisorisches Gemeindegesetz erlassen. (Ein definitives folgte erst 1864). Aus dieser sehr turbulenten Zeit, erfahren wir aus Margerete Aigners Chronik folgendes., was unseren Ort betrifft. Im Jahre 1849 fand die Konstituierung der Ortsgemeinden Ober- und Unterhall statt, die zu einer Gemeinde zusammengefasst wurden. Es war auch in Hall eine Zeit voller Aufregungen und kühner Träume. Man sprach von einer Aufteilung des stiftischen Besitzes, von der Vergrößerung des Pfarrsprengels bis zur Enns, ja sogar der Pfarrvikar solle ständig in Hall wohnen. In den damaligen Gemeindevorstand wurden gewählt: Josef Liebl als  Vorstand Josef Pichler vlg. Bauernfeind und Josef Schoiswohl vlg. Knoll als „Gemeindeausschüsse“ Die Bezeichnungen Gemeinderat und Bürgermeister wurden in den ländlichen Gemeinden erst später eingeführt. Funktionen als Gemeindevorstände bzw. Bürgermeister hatten inne: 1849 - 1854 Josef Liebl, Eisengewerke Mühlau 1854 - ? Josef Pichler vlg. Bauernfeind 1866 - 1877, Simon Hartler vlg. Fahrleitner 1877 - 1883, Kaspar Kreuzer vlg. Farchner 1883 - ?, Josef Schwab um 1891, Simon Hartler vlg. Fahrleitner, wiedergewählt vor 1900 Valentin Schell, Wirt an der Ennsbrücke 1900 - 1904, Jakob Berghofer vlg. Farchner 1904 - 1907, Johann Egger vlg. Rabersbacher 1907 - 1909, Franz Abel vlg. Bauernfeind 1909 - 1909, Josef Liebl III., wegen Verkaufs des Werkes und Absiedelung das Amt zurückgelegt 1909 - 1927 David Egger vlg. Sattler bzw. N. Loidl 1927 - 1931, Karl Bauer vlg. Unterpfanner 1931 - 1932, David Egger vlg. Sattler 1932 - 1940, Oswald Kassegger vlg. Eggerl 1940 - 1945, Emanuel Heißl, stift. Oberförster, Mühlau 1945 - 1947, Johann Kohlbacher 1947 - 1949, Hans Bauer vlg. Schner 1949 - 1960, Franz Schaffer vlg. Hörndler 1960 - 1984, Norbert Reitegger 1984 - 1988, Franz Hintsteiner vlg. Schusterjodl 1988 - 1998, Rudolf Berghofer 1998 -2004, Dir. Peter Karius,dzt. Hermann Watzl. Damals zählte Hall 940 Seelen (Einwohner) die in insgesamt 133 Häusern wohnten. Jährlich wurden in unserer Pfarrkirche durchschnittlich 15 Geburten, 14 Sterbefälle und 3 Trauungen registriert. Die Entfernung zu den wichtigen Behörden, wie Bezirkshauptmannschaft oder Bezirksgericht Liezen gab man seinerzeit in Gehzeiten an. Vom weitest entfernten Ortsteil von Hall bis nach Liezen waren es amtliche 3 ½ Std., vom nähest gelegenen Punkt nach Liezen immer noch 2 Std.. Aus Weng waren es 4 - 4 ½ Std., aus Johnsbach sogar 7 - 8 Std. Gehzeit. Heute, 150 Jahre später sind es 1826 Einwohner (943 Frauen und 883 Männer), mit Zweitwohnsitzen sogar 2.083 Einwohner, welche in 583 Häusern wohnen. Die Zahl der Geburten wurden 1998 mit 13, die der Sterbefälle mit 18 verzeichnet. Die Fahrzeit nach Liezen beträgt ca. 25 Minuten und ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestens erreichbar. Abschließend noch etwas zum Nachdenken: In den letzten 150 Jahren hat sich die Einwohnerzahl fast verdoppelt, die Anzahl der Häuser hingegen fast vervierfacht, die Bewohnerzahl pro Haus dennach annähernd halbiert und die Gehzeit, sprich Fahrzeit auf ein Achtel der ursprünglichen Annahme reduziert. Was glauben Sie, wie wird sich unsere Gemeinde in den nächsten 150 Jahren also bis 2149 darstellen ? Ein Hinweis: Ausführliche geschichtliche Dokumentationen sind in unserer von Herrn Hubert Walter verfassten Orts-Chronik "Ein Dorf erzählt seine Geschichte", welche im Gemeindeamt käuflich erworben werden kann, bestens beschrieben.